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Stark sein ohne Gewalt

01.09.2010 - 11:03:29 von Ellen Scherzer (Kommentare: 0)

Projektwoche an der Regelschule Remptendorf

Das im Mai 2009 an der Regelschule Remptendorf durchgeführte Projekt zur Gewaltprävention hatte bei den Schülern, aber auch bei Eltern und Lehrern so großen Anklang gefunden, dass die Schule sich schon damals vorgenommen hatte, ein derartiges Projekt noch einmal mit anderen Schulklassen zu starten.

 

Im August 2010 war es endlich so weit: Durch die finanzieller Unterstützung des Thüringer Ministeriums Bildung, Wissenschaft und Kultur konnte das Projekt welches sich wie im vergangenen Jahr in Schreibwerkstätten, Malwerkstätten und Trommelkurse gliederte, beginnen.

 

Die Schreibwerkstätten wurden von der Kinder- und Jugendbuchautorin Verena Zeltner aus Neunhofen geleitet. Den Startschuss bildeten zwei Buchlesungen. Die Autorin las eigene Texte, aber auch eine Geschichte aus dem Buch „Von Gewalt und Zärtlichkeit“, das im Ergebnis eines Schreibwettbewerbes Thüringer Jugendlicher entstand. Im Anschluss an die Lesungen stimmte Verena Zeltner die Schüler auf die kommenden Tage ein und diskutierte mit ihnen mögliche Inhalte der Schreibwerkstätten. Speziell für die Werkstätten hatte sie den Anfang einer Geschichte geschrieben, die sich mit dem Thema Mobbing in einer Schulklasse auseinandersetzte. Sie bot den Schülern an, diese Geschichte ohne Titel mit eigenen Ideen weiterzuschreiben.

 

Unter der Anleitung der Autorin verfassten die Schüler in 4 Schreibwerkstätten Texte, die zeigten, was „Stark sein ohne Gewalt“ heißt – Texte mit Inhalten wie Fremdenfeindlichkeit, Mobbing in der Schule, Prügeleien, Diebstahl, Eifersucht, denen man Freundschaft, Vertrauen, Hilfe, Einstehen für den Schwächeren, Überwindung von Angst entgegensetzt. Natürlich spielte auch die erste Liebe eine Rolle – denn auch die macht uns stark. Einige Schüler nutzten Verena Zeltners Angebot, ihre Geschichte weiterzuschreiben.

 

Die Autorin weiß, dass es manchem schwer fällt, eigene Texte zu verfassen und nahm den Schülern gleich zu Anfang die Angst vor Rechtschreibfehlern, um Hemmungen abzubauen. So arbeiteten alle Schüler konzentriert und eifrig an ihren Texten.

 

Die Malwerkstätten wurden von dem Pößnecker Diplom Maler und Grafiker „Kiesi“ Jörg Kiesslinger geleitet. Hier hatten die Schüler die Möglichkeit, ihre Gedanken zum Thema „Stark sein ohne Gewalt“ in eine Bildform zu bringen. Jörg Kiesslinger half ihnen dabei, ihre Ideen umzusetzen. Er vermittelte ihnen die Freude an der Malerei, gab ihnen Tipps und Ratschläge und zeigte ihnen, wie man die eigenen Vorstellungen mit Skizzen und Entwürfen festhalten kann. Die Schüler arbeiteten mit Begeisterung an ihren Werken, tauschten sich auch untereinander aus. Einige wagten sich an gemeinsame Arbeiten. Es war spannend zu sehen, wie rege das Mittel des Skizzierens genutzt wurde. Jörg Kiesslinger legte viel Wert darauf zu vermitteln, dass die Schüler die Wichtigkeit dieses Hilfsmittels erkennen. Einige dieser „Zettelzeichnungen“ sind richtige kleine Kunstwerke geworden.

 

Die Musik- und Tanzpädagogin Elke Steinert aus Zeulenroda-Triebes leitete – wie schon im Vorjahr – die Trommelkurse. Bei ihr lernten die Schüler Rhythmus- und Klanginstrumente aus aller Welt kennen. Das gemeinsame Trommeln und Musizieren machte ihnen riesigen Spaß, brachte aber jedoch auch die Notwendigkeit mit sich, aufeinander zu achten und dazu, für einen anderen auch mal zurückzustecken. Beim Einstudieren eines neuen Rhythmus aus Sierra Leone (Westafrika), dem Djolé, konnten sie ihre eigene Kreativität entfalten und bei sich selbst ungeahnte Fähigkeiten entdecken.

 

Abschluss und Höhepunkt des Projektes bildete eine gemeinsame Präsentation am 20. August. Als Gäste waren Vertreter der Schulleitung und des Lehrerkollegiums, Eltern sowie die Schüler der 7. und 8. Klassen anwesend.

 

Weil die Schüler in den einzelnen Trommelkursen mit der Musik- und Tanzpädagogin so motiviert und konzentriert gearbeitet hatten, war es möglich, dass zum Abschluss alle Schüler den „Djolé“ gemeinsam spielten. Die Begeisterung, mit der sie zusammen musizierten, übertrug sich auch auf die Zuschauer, die mit Beifall nicht sparten.

 

Vor so zahlreichem Publikum eigene Geschichten vorzutragen – dazu gehört viel Mut. Doch einige Schüler hatten diesen Mut und trauten sich. Belohnt wurden sie mit viel Beifall.

Natürlich waren zur Präsentation auch sämtliche Arbeiten aus den Malwerkstätten ausgestellt. Die vielfältigen Ideen der Schüler und ihre künstlerische Umsetzung mit Hilfe verschiedenster Materialien setzten manchen Betrachter in Erstaunen und fanden viele anerkennende Worte.

 

Projekttage zur Gewaltprävention – zum zweiten Male an der Regelschule Remptendorf: Alle Beteiligten schätzen ein, dass dies sehr interessante und erfolgreiche Tage waren. Das ist dem Einsatz der beteiligten Künstler zu verdanken, aber auch der sehr guten Vorbereitung und Organisation durch die Regelschule. Frau Steinert, Frau Zeltner und Herr Kiesslinger haben sich in der aufgeschlossenen Atmosphäre sehr wohlgefühlt und bieten eine weitere Zusammenarbeit an.

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