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Kurzgeschichten von und mit dem Autor Jörg Dietrich

03.01.2014 - 15:24:37 von Praktikant

Lesung im Staatlichen Berufsbildungszentrum Weimar

In der letzten Woche vor den Weihnachtsferien konnten sich die angehenden ErzieherInnen des Berufsbildungszentrums in Weimar literarischen Genüssen hingeben.

 

Am 18. Dezember war der Weimarer Schriftsteller Jörg Dietrich zu Besuch.

Er las seine lustigen Kurzgeschichten und sorgte so für Erheiterung in der Klasse. Der Schulstress schien, zumindest für kurze Zeit, vergessen. 

Den Rahmen der Erzählungen bildeten natürlich Weihnachtsgeschichten, die immer wieder vom hektischen Alltag der Familien erzählten. Da feierte der Vater mit seiner Frau und den Kindern im Krankenhaus Weihnachten, weil er sich bei der Baumsuche im Wald arg verletzt hatte.

Eine andere Familie hingegen ärgerte sich über die Anwesenheit ihres nach Lavendel stinkenden und besserwisserischen Onkels Rudi, der sie jedes Jahr zum Weihnachtsfest besuchen kommt. Ein Unglück führte schließlich dazu, dass Rudi ungewollt fünf Schlaftabletten einnahm und Weihnachten verschlief. Zwar hatte die Familie Ruhe vor ihm, doch die Angst, er könne sterben, überwog wohl mehr. 

 

Jörg Dietrich hatte aber auch andere Geschichten seines kreativen Schaffens im Gepäck. Am besten gefiel den jungen Erwachsenen der Berufsschule die Geschichte um die Punkerfreunde und ihre Eskapaden in der ehemaligen DDR.

Denn während sie dem Schriftsteller aufmerksam zuhörten entfiel ihnen immer wieder der ein oder andere Lacher. Angelehnt an Erfahrungsberichte echter Punks der Ostzone, schrieben Jörg Dietrich und andere Autoren Kurzgeschichten über die Szene. Dabei streift die Geschichte zu Beginn durchaus einen ernsten Unterton.

Heavy, einer der Punks, wird querschnitzgelähmt als er unglücklich aus dem zweiten Stock fällt. Seine Freunde machen ihm diese Tragödie jedoch erträglicher.

Anstatt ihn nur noch zu bemitleiden und auf Händen zu tragen, unternehmen sie mit ihm genauso viel Blödsinn wie zuvor, wenn nicht gar schlimmeren. Jedes Problem wird kurzerhand in Spaß umgewandelt. Selbst die behindertengerechte Rampe zu Heavys Wohnung wird für Schabernack genutzt.

Zu viert bilden sie mit dem Rollstuhl einen Bob, rauschen herunter und holen sich die nächsten blauen Flecke. Doch egal was auch passiert, immer wieder fällt der Spruch: „Das ist Punk Alter!“. 

 

Zwischen den Kurzgeschichten warf der Autor und Geschäftsführer des Kulturrat Thüringen e.V. immer wieder interessante Informationen über das Autorendasein in die Runde und beantwortete neugierige Fragen. Am Ende der Stunde folgten ein dicker Applaus und die Aussicht auf weitere spannende Lesungen.

 

von Robert Steinbrück

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