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Sylvia Weigelt – Woher kommen Wagners Helden?

26.10.2013 - 18:53:01 von Ellen Scherzer (Kommentare: 0)

Lesung im Café Paul

Genie und Wahnsinn liegen oft nah beieinander. So auch in der Person des Komponisten Richard Wagner. Eine Manuskriptlesung
Sylvia Weigelts nahm die Zuhörer des Café Paul in Erfurt auf eine Reise zu mittelalterlichen Mythen und Legenden. Dass die Mediävistin und Autorin ihr Handwerk versteht dürfte jedem Besucher sofort aufgefallen sein. Gleich zu Beginn beeindruckte sie die Zuhörenden mit der Vertonung mittelalterlicher Sprachen.<br
Ganz selbstverständlich schienen die Worte aus ihrem Mund zu kommen und für einen kurzen Moment fühlte man sich in eine vergangene Zeit versetzt. Die begeisterte und euphorische Art und Weise des Vorlesens und die präzise ja fast schon detektivische Recherche ihrer Themengebiete rund um das Mittelalter lies die Zuhörer des Kreises der evangelischen Begegnungsstätte gespannt der Stimme Weigelts lauschen.

Sylvia Weigelt - Lesung im Café Paul

Die Autorin schaffte es, mit Hilfe ihrer geschickten Darstellung der Biografie des Richard Wagner, mehrere Sinndeutungen für die Ausrichtung seiner Opern zu finden. Der gebürtige Leipziger, der auch als großer Dramatiker bekannt ist, widmete sich in seiner Schaffenszeit mittelalterlichen Erzählungen wie Tristan und Isolde oder dem Lohengrin aus dem Versepos des Parzival, setzte sich über deren Vorlage hinweg, um es letzten Endes noch tragischer wirken zu lassen. Gerade in Zeiten seiner eigenen Liebesdramatik wurde der Nährboden für solche Werke geschaffen. Wagner war, so Weigelt, ständig auf der Suche nach dem Erfolg und vor allem der Liebe.

Gleichzeitig wollte er den in seinen Augen "abgestorbenen Organismus" der Sprache reformieren und damit zu einer besseren Volkserziehung beitragen. Dies funktioniere jedoch nur mit der Musik. Was am Ende der Lesung blieb, war ein Abend voller Anreize für neue Einblicke in das interessante Leben Richard Wagners.

16. Oktober 2013
Autor: Robert Steinbrück



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