Antje Babendererde

Antje Babendererde geboren 1963, wuchs in Thüringen auf und arbeitete nach dem Abi als Hortnerin, Arbeitstherapeutin und Töpferin, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. In ihren Jugendbüchern, in denen stets ein tiefes Verständnis für fremde Kulturen zum Ausdruck kommt, verwebt die Autorin meist mehrere Elemente zu überzeugenden Geschichten: eine Portion Abenteuer, erste Liebe, Dramatik und immer auch eine Prise Humor.

In ihren letzten beiden Romanen „Sommer der blauen Wünsche“ und „Im Schatten des Fuchsmondes“ entführt sie ihre LeserInnen in die schottischen Highlands, an die sie auf Reisen ihr Herz verloren hat.

Seit 1996 freiberufliche Autorin. Mitglied im Schriftstellerverband (VS).

Klassenstufen: 10. Klasse, 7. Klasse, 8. Klasse, 9. Klasse, Oberstufe

Themen: Abenteuer, Alltag und Familie, Andere Länder und Kulturen, Freundschaft, Klima / Umwelt und Natur, Liebe, Regionales und Heimat

Elemente/Werkstätten: Erzählen

Kontaktdaten

Anschrift: 07368 Remptendorf
Telefon: (036640) 27746
E-Mail: antje.babendererde@t-online.de
Web: antje-babendererde.de

Themenangebot

Bei Lesungen für die Altersgruppe ab 13 Jahren geht es um die Stolpersteine der Pubertät und um die erste Liebe. Um indianische Kulturen und die Fragen: Ein Zuhause, was ist das eigentlich? Wie schwer ist es, mutig zu sein? Und lohnt sich das überhaupt? Wie ist das mit den Traditionen? Es geht um Umwelthemen, um Jagd versus Massentierhaltung und Veganismus.

Der Roman „Isegrim“ dreht sich unter anderem um die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland und um die Frage, wie viel Wildnis wir bereit sind, in unseren Wäldern zuzulassen.

Die Schottlandromane, die für Leser ab 14 gedacht sind, drehen sich um starke Mädchen, Selbstbestimmtheit, psychische Krankheiten, die Freundschaft zu Tieren, Umweltthemen wie Abholzung, Jagd, Rewilding, die Verschmutzung der Meere – und natürlich um die Liebe.

Bibliographie

„Triff mich im tiefen Blau“, Arena-Verlag, 2024.

„Im Schatten des Fuchsmondes“, Arena-Verlag, 2022.

„Fiona und der Wunschbaum“, Anthologie „Wer will schon in den Süden“, Illustration Dorothee Eva Herrmann, Hg. FBK für Thüringen e.V., Verlag Tasten & Typen, Bad Tabarz, 2021.

„Sommer der blauen Wünsche“ Arena-Verlag, 2021.

„Schneetänzer“, Arena-Verlag, 2019.

„Wie die Sonne in der Nacht“, Arena-Verlag, 2018.

„Der Kuss des Raben“, Arena-Verlag, 2016.

„Wolfsspur“, Anthologie „Bis bald im Wald“, KLAK Verlag Berlin, 2015.

„Isegrim“, Jugendroman, Arena-Verlag, 2013.

„Julischatten“, Jugendroman, Arena-Verlag, 2012.

„Rain Song”, All Age, Arena-Verlag, 2010.

„Indigosommer”, Jugendroman, Arena-Verlag, 2009.

„Starlight Blues – In der Kälte der Nacht“, Roman, Merlin-Verlag, 2009.

„Die verborgene Seite des Mondes“, Jugendroman, Arena -Verlag, 2007.

„Zweiherz“, Jugendroman, Cbj-Bertelsmann München, 2007.

„Libellensommer“, Jugendroman, Arena-Verlag Würzburg, 2006.

„Talitha Running Horse“, Jugendroman, Arena-Verlag, 2005.

„Lakota Moon“, Jugendroman, Arena Verlag Würzburg, 2005.

„Der Gesang der Orcas“, Jugendroman, Arena Verlag Würzburg, 2003.

 

Hörbücher im JUMBO-Verlag Hamburg

„Im Schatten des Fuchsmondes“ 2022

„Sommer der blauen Wünsche“ 2021

„Schneetänzer“ 2019

„Wie die Sonne in der Nacht“ 2018

„Der Kuss des Raben“ 2016

„Isegrim“ 2013

„Julischatten“ 2012

„Indigosommer“ 2010

„Rain Song“ 2010

„Die verborgene Seite des Mondes“ 2008

„Lakota Moon“, 2007

„Libellensommer“, 2007

„Der Gesang der Orkas“, 2005

Auszeichnungen

DELIA-Literaturpreis Junge Liebe für den Jugendroman „Sommer der blauen Wünsche“ (Arena). Es schildert eine Jugendliebe in den schottischen Highlands. 2022

Arbeitsstipendium der Thüringer Kulturstiftung für “Der Schneetänzer”, 2018.

Autorenstipendium der Kulturstiftung des Freistaates Thüringen für die Arbeit an “Isegrim”, 2012.

“Segeberger Feder” für “Julischatten”, 2012.

“Prix Livrentête” Roman Junior für “Le Chant des Orques”, 2011.

Zweimonatiges Auslandsstipendium der Thüringer Kulturstiftung 2010 für die Recherche in Pine Ridge/South Dakota für ein neues Jugendbuch, 2010.

“Indigosommer” auf Platz 3. der hr2- Hörbuchbestenliste, 2010.

 Nominierung “Buxtehuder Bulle” für “Indigosommer”, 2010.

Nominierung “Buxtehuder Bulle” für “Die verborgene Seite des Mondes”, 2008.

DeLiA 2007, bester deutschsprachiger Liebesroman für das Jugendbuch “Libellensommer”, 2007.

Bad Harzburger Jugendliteraturpreis “Eselsohr” für “Lakota Moon” , 2006.

Erwin-Strittmatter-Sonderpreis 2006 für “Libellensommer”, 2006.

“Der Gesang der Orcas” auf der hr2-Hörbuchbestenliste, 2005.

Die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur prämiert Lakota Moon zum ‚Buch des Monats‘ Juli 2005.

“Eselsohr 2003”, Jugendliteraturpreis der Stadt Nettetal (Nordrhein-Westfalen), 2003.

Stipendium der Stiftung Kulturfonds, 2002.

Arbeitsstipendium des Thüringer Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, 2002.

Leseprobe

Leseprobe für „Im Schatten des Fuchsmondes“

Die Sonne ist nur noch ein Schemen hinter grauen Wolken, flach wie eine Münze. Frischer Wind weht und die Midges, die kleinen Stechmücken, haben sich verzogen. Finn fröstelt in seiner dünnen Regenjacke. Hier oben gibt es nirgendwo Schutz und der Pfad wird zunehmend steiler und felsiger.

Als ihm die ersten Tropfen ins Gesicht schlagen, muss er wieder an die Kleine mit den blauen Augen denken. „Pass auf dich auf“, hatte sie zu ihm gesagt. Zu seinem Bedauern hat sie ihm ihren Namen nicht verraten und nun wird er ihn vielleicht nie erfahren. Diese banale Erkenntnis bringt ihn ins Wanken. Du musst das nicht tun, sagt eine Stimme in seinem Kopf, es gibt immer einen Ausweg. Zweifel fallen ihn an, doch seine Beine bewegen sich automatisch voran.

Eine halbe Stunde später wird es schlagartig so finster, dass Finn kaum noch den Pfad vor Augen sieht. Regen drischt ihm ins Gesicht und mit aller Kraft stemmt er sich gegen den heulenden Wind, den Regen, den Berg.

Plötzlich – wie aus dem Nichts – steht der leibhaftige Teufel vor ihm, mitten auf dem Pfad. Schwarz, mit langen, säbelartig nach außen gedrehten Hörnern, gelben Schlitzaugen und zottigem Kinnbart. Finns Hirn kommt nicht dazu, an etwas anderes zu denken als an Karma und strafende Gerechtigkeit. Da stürzt das gehörnte Wesen mit lautem Gemecker auf ihn los, ein massiger Körper, der Finn mit einem einzigen Stoß zu Fall bringt. Er landet in hartem Moorgras und rollt sich zusammen wie ein Embryo im Leib seiner Mutter.

Früher hatte seine Mum ihm vor dem Schlafengehen oft Geschichten und Mythen aus den Highlands vorgelesen. Von Tieren, die nicht das sind, was sie scheinen. Von Feen, Wechselbälgern und Naturgeistern. Auch vom Teufel. Er rappelt sich hoch und starrt in die von grimmigen Blitzen zerfetzte Nacht. Lauscht angestrengt, während Nässe ungehindert durch seine Hose und unter die dünne Windjacke dringt. Vom Teufel keine Spur. Hat sein Hirn ihm einen Streich gespielt? Wird er jetzt verrückt?

Und wenn. Alles Traurige, Schmerzhafte und Beängstigende wird dort oben auf dem Berg enden.

Finn entledigt sich seines Rucksacks. Vom Ballast befreit, erklimmt er weiter den rutschigen Pfad. Ich bin vollkommen allein auf der Welt, schießt es ihm durch den Kopf und der Boden unter seinen Füßen ist nicht mehr fest.

Vielleicht würde es eine Zeitungsnotiz geben, wenn man ihn irgendwann gefunden und identifiziert hat: Ehemaliges Ausnahmetalent der Celtic Fox Boys tot am Fuße des Sliochs gefunden. Tragisches Ende eines Wunderkindes.

Inzwischen kommt Finn das alles verrückt vor: Wie besessen er vom Fußball gewesen war. Sein grenzenloser Ehrgeiz, Profispieler zu werden und viel Geld zu verdienen. Er hat seiner kranken Mum ein gutes Leben schenken wollen, hat aller Welt beweisen wollten, dass der Junge aus Barrowfield es schaffen konnte. Er hatte es geschafft, doch der Preis dafür war zu hoch gewesen. Und doch vermisst er das Spiel.

Finn rollt sich auf den Rücken und nun drischt ihm der eisige Regen ins Gesicht. Er beginnt zu lachen. Sein ganzer Körper wird von diesem Lachen geschüttelt, das in ein verzweifeltes Schluchzen übergeht und dann verebbt.

Als eine raue Zunge über Finns kaltes Gesicht leckt, reißt er zu Tode erschrocken die Augen auf. Über ihm eine schwarze Nase, weiße Reißzähne und bernsteinfarbene Augen. Der Fuchs. Finn kneift die Lider zusammen. Träumt er? Nein. Er kann das Tier riechen: sein nasses Fell, seinen strengen Raubtieratem. Das ist verrückt. Er muss verrückt sein. Verrückt, aber nicht mehr allein in dieser Höllennacht am Berg.

„Du hast Mundgeruch, Kumpel.“ Langsam öffnet er die Augen. Der Fuchs schnüffelt um ihn herum und Finn richtet sich auf. „Du hast mich übel beklaut und traust dich noch in meine Nähe?“, fragt er zähneklappernd. „Na, feige bist du jedenfalls nicht. Aber sorry, ich habe nichts mehr zu fressen für dich.“

Das Tier läuft ein Stück den Pfad hinauf, bleibt stehen und dreht sich zu ihm um. Sieht ihn an, als wolle er sagen: „Nun mach schon, hoch mit dir! Beweg deinen Hintern!“

Finn weiß nicht, ob er seiner Wahrnehmung noch trauen kann. Er weiß nur eins: Er will nicht sterben. Wollte es nie.

Auf allen vieren folgt er dem Fuchs. Doch dann, von einer Sekunde auf die andere, wird der Pfad zu einem Sturzbach und Finns Arme und Beine sind von eiskaltem, sprudelndem Wasser umgeben.

Er verharrt wie gelähmt, weiß nicht, ob vor oder zurück. Blitzschnell werden seine Hände taub vor Kälte und er hat panische Angst, mitgerissen zu werden. Seine beinahe fühllosen Finger umklammern ein struppiges Grasbüschel. Dann das nächste und noch eins. Zentimeter für Zentimeter bewegt er sich so aus dem wilden Wasser.

Doch was jetzt? Um ihn herum rauscht und gluckert es. Bleibt er liegen, wird er die Nacht nicht überstehen. Er würde auskühlen und erfrieren.

Jemand zerrt am Ärmel seiner Jacke. Der kleine Fuchs, er ist immer noch da. Irrsinnig froh über dieses lebendige Wesen, dem er offenbar nicht gleichgültig ist, folgt Finn dem Tier kriechend durch das stachlige Gras, durch Dunkelheit und Sturm.

„Wer bist du und wo führst du mich hin?“, flüstert er. Befindet er sich am Tor zur Anderswelt und der Fuchs, der eigentlich keiner ist, will ihn tiefer ins Feenreich hineinführen? Seine Mum hatte ihm von Menschen erzählt, die von Feen entführt und zu rauschenden Festen eingeladen worden waren. Als sie am nächsten Morgen wieder in ihrer Welt aufwachten, waren Monate, manchmal sogar Jahre vergangen.

Genau das ist es, was Finn sich jetzt wünscht: Dass in dieser Nacht die Stunden zu Jahren werden und er in einer fernen Zukunft erwacht.

Leseprobe für Isegrim

Impressum: Antje Babendererde, 2013. Publiziert über www.antje-babendererde.de. Alle Rechte bei Antje Babendererde.

Schuld

Sie gab einen überraschten Laut von sich, als das Eisen ihr Herz durchbohrte. Seines hörte für Sekunden auf zu schlagen. Sein Blick glitt über ihre dünnen Beine, das hochgerutschte hellblaue Kleid. Er fiel neben ihr auf die Knie. Der rote Fleck auf ihrer Brust entfaltete sich wie eine dunkelrote Rose, die in den Himmel blutet. Er hatte nicht gewusst, dass Blut so lebendig sein kann und dass es diesen metallischen Geruch hat.

Herzblut, schoss es ihm durch den Kopf. Nun war er ein Verdammter.

Schmerzende Übelkeit stieg in ihm hoch. Seine zitternde Hand näherte sich dem Stiel der Rose, diesem dornenlosen feuchtglänzenden Stiel, aber da flatterten plötzlich ihre Lider und er erstarrte vor Schreck. Wie Sonnenstrahlen war ihr langes blondes Haar um ihren Kopf gebreitet. Ihre Augen waren blau, wie die ihrer Mutter, so hell wie ihr Kleid mit der dunkelroten Rose. Ihre feuchten Lippen formten ein Wort. Kein Laut, nur Atem. Ihr letzter Atemzug, sein Name.

1. Kapitel

Ich verschlucke einen ungläubigen Laut, als ich die winzigen Mäusekadaver im Gezweig erblicke, vier an der Zahl, blutig gepfählt auf den langen Dornen des Schlehenstrauches.

Er ist nicht in der Nähe, der Würger mit seiner schwarzen Augenbinde, sonst hätte er mich längst entdeckt. Behutsam schiebe ich einen Zweig zur Seite und da ist es, das unförmig geratene Nest. Sieben grünliche Eier mit purpurnen Flecken liegen in ihrer flauschigen Mulde aus Wollgras, Daunenfedern und Tierhaar.

Tierhaar? Ich schaue genauer hin. Nein, dafür ist es zu fein, zu lang. Eine gelockte Strähne hat sich vom dornenbewehrten Panzer des Nestes gelöst und die hellen Haare bewegen sich sacht im warmen Maiwind. Menschenhaar, durchzuckt es mich.Schaudernd lasse ich den Ast los, der mit einem Rascheln zurückschnippt.

Plötzlich ein raues Kreischen dicht über mir. Das weiße Nackengefieder des amselgroßen Vogels ist gesträubt, der Kopf nach vorn gestreckt und sein langer Schwanz aufgefächert wie bei einem Pfau. Vor Schreck mache ich eine unbedachte Bewegung, meine Füße verlieren den Halt auf dem umgestürzten Birkenstamm und ich rausche durch die Zweige der Schlehe. Dornenspitzen ritzen meine Haut wie scharfe Nadeln, verhaken sich in meinem T-Shirt und zerren an meinem Haar. Mit einem heiseren Schrei lande ich auf dem Hosenboden im Gras.

Der weiß-schwarze Vogel mit dem dunklen Hakenschnabel scheppert und kreischt. So wütend kann Angst klingen. Für den Würger bin ich ein Feind, der Vogel verteidigt seine Brut und seine makabere Vorratskammer.

Ich will ihn nicht stören. Schnell rappele ich mich auf und schultere meinen kleinen braunen Rucksack. Mit hastigen Schritten laufe ich quer über die buckelige Wiese zum Waldrand und tauche in den blauen Schatten der Kiefern. Mein Herz rast, doch der Aufruhr kommt nicht allein vom Schreck, den der Vogel mir mit seinem Gezeter eingejagt hat.

Ich kenne jede Ecke, jeden Winkel dieses Waldes, jeden Baum, jeden Stein und jede Kuhle, und ich bin ganz bestimmt kein Angsthase – doch gegen die grauenvolle Erinnerung, die das gelockte Haar am Nest des Vogels in mir heraufbeschwört, bin ich machtlos. Sie fährt mir unter die Haut wie ein scharfer Splitter.

Unvermittelt ist alles wieder da, frisch, schmerzhaft und beklemmend. Vor fünf Jahren verschwand aus unserem Dorf ein elfjähriges Mädchen. Alina, ein blondgelockter Engel – meine beste Freundin.

Es war Mitte September, erst zwei Wochen zuvor hatte die Schule wieder begonnen. Alina verschwand an einem späten Nachmittag aus dem verwilderten Garten, der zwischen den Grundstücken unserer Familien liegt. Wir waren dort zu unserem geheimen Spiel verabredet, doch Ma hatte beim Kontrollieren meiner Hausaufgaben festgestellt, dass ich sie in Eile und schludrig erledigt hatte. Ich musste alles noch einmal schreiben. Als ich endlich fertig war, und zu Alina in den wilden Garten laufen konnte, war sie nicht mehr da.

Nachdem klar wurde, dass Alina tatsächlich verschwunden war, musste ich verraten, was sie an diesem Nachmittag anhatte: ein hellblaues Tinkerbell Kostüm mit Drahtflügeln.

Zuerst glaubten alle, Alina wäre in den Wald hinter den Gärten gelaufen und hätte sich verirrt. Ihre Eltern, die Polizei und das halbe Dorf suchten fieberhaft nach ihr. Der Wald, die Felder und der angrenzende Truppenübungsplatz wurden von Polizisten und Soldaten in alle Richtungen durchkämmt, Suchhunde wurden eingesetzt. Doch die unzähligen natürlichen Höhlen und versteckten Spalten im Muschelkalk, sowie die Überreste der alten Bunkeranlagen und der Wehrmachtsstollen im Berg, erschwerten die Suche nach Alina. Unser Badesee, die alte Kiesgrube zwischen Altenwinkel und unserem Nachbardorf Eulenbach, wurde von Tauchern abgesucht – doch alles blieb ohne Erfolg. Nirgendwo gab es eine Spur von Alina, als wäre sie vom Erdboden verschluckt.

Am Abend des dritten Tages nach ihrem Verschwinden, fand die Polizei Alinas hellblaues Tinkerbell-Kleid im aufgebockten alten Wohnwagen bei den Ponys von Martin Sievers. Der Mann wurde verhaftet und als Beamte sein Haus durchsuchten, fanden sie in einer Kammer auf dem Dachboden seines Hauses einen Stapel Pornomagazine. Sievers leugnete, Alina etwas angetan zu haben, doch am nächsten Morgen fand man ihn erhängt in seiner Zelle. Ein eindeutiges Schuldeingeständnis, das lag auf der Hand.

Ich war vollkommen durch den Wind damals. Um mit dem Grauen und dem Verlust klarzukommen, reimte ich mir meine eigene Geschichte zusammen. Man hatte zwar Alinas Kleid gefunden, doch die schillernden Feenflügel waren nicht dabei gewesen. Mit diesen Flügeln war sie Sievers entkommen, daran glaubte ich ganz fest.

Inzwischen weiß ich es besser. Wenn ich heute an meine Freundin denke, dann zweifle ich nicht mehr daran, dass sie tot ist. Die Möglichkeit, dass ihre Überreste in meinem Wald unter Laub verscharrt liegen, oder ihre angenagten Knochen vielleicht in einer der vielen Karsthöhlen modern, habe ich allerdings erfolgreich aus meinen Gedanken verbannt.

Ich stolpere über eine Wurzel und unterdrücke einen Fluch. Plötzlich spüre ich die dunkle Schwere eines Blickes in meinem Rücken. Die feinen Härchen auf meinen Armen richten sich auf. Kälte steigt mir das Rückgrat hinauf, während gleichzeitig Schweiß zwischen meinen Brüsten herab rinnt.

Wer sollte mich hier beobachten?

Ich fahre herum und mein Blick hetzt über das Dickicht von Birkengestrüpp, Beerensträuchern und Kiefernschösslingen. Meine Sinne sind angespannt, meine Atmung beschleunigt sich, das Herz schlägt schneller. Da …. ein leises Rascheln hinter dem Gesträuch. Bin ich nicht allein? Schwachsinn, sagt mein Verstand, doch mein Blick versucht fieberhaft das wuchernde Grün zu durchdringen. Ein Reh vermutlich. Was sonst? Ich spüre das Pochen meines Herzens im ganzen Körper.

Man kann auch vor Angst sterben.

„Hallo“, rufe ich. „Ist da wer?“

Meine Stimme klingt fremd und wacklig. Ich stehe und lausche, bis mir die Ohren dröhnen. Das Knacken brechender Zweige beendet die Stille und mein Mut schrumpft. Ich drehe mich um, gehe ein paar Schritte rückwärts, dann laufe ich los. Ich achte nicht auf die Äste, die mir ins Gesicht peitschen und nicht auf meinen Rucksack, der mir gegen den Rücken schlägt. Wie gehetztes Wild springe ich über Wurzeln und am Boden liegende Äste, schliddere einen Grashang hinunter und springe wieder auf die Füße. Ich kann schnell und lange rennen, ohne aus der Puste zu kommen, aber diesmal keuche ich wie eine alte Frau.

Das macht mich wütend. Ich bin die Herrin des Waldes, er ist mein Refugium – und ich habe mich von einem lächerlichen Knacken in die Flucht schlagen lassen, bloß wegen einer dämlichen Haarsträhne an einem kleinen Vogelnest.

Lass es nicht zu, Jola, warnt die Stimme in meinem Kopf. Du hast keine Angst. Du kennst keine Angst. Lass nicht zu, dass sie Besitz von dir ergreift, sonst endest du wie deine Mutter. Angst ist eine Falle, Angst macht dich zum Opfer. Sie kann dich auffressen, wie ein wildes Tier und nichts als bleiche Knochen übriglassen.

Doch meine Beine denken etwas völlig anderes.

Ohne mich umzudrehen oder auszuruhen, lasse ich zwanzig Minuten später die Schatten des Waldes hinter mir und erreiche den Holzstoß am Forstweg. Mein Fahrrad, das mich zurück ins Dorf bringen wird, lehnt an den sauber aufgestapelten und mit grünen Punkten markierten Stämmen. Das Adrenalin tobt noch durch meinen Körper, ich habe Seitenstechen – aber alles ist unter Kontrolle. Als ich nach dem Lenker greife, nehme ich im linken Augenwinkel eine schattenhafte Bewegung wahr.

Ein dumpfes Gurgeln kommt aus meiner Kehle, ich reiße die Arme in die Höhe, stolpere ein paar Schritte rückwärts und setze mich zum zweiten Mal an diesem Tag auf den Hosenboden. Ein zerzauster schwarzer Lockenkopf erscheint hinter dem Holzstoß und ich blicke in Kais Grinsegesicht.

„Hey, was ist denn mit dir los?“, fragt er mit gespielter Besorgnis. „Du siehst aus, als hättest du ein Eichhörnchen verschluckt.“

Meine Hände tasten über den Waldboden und werden schnell fündig. Ich bewerfe Kai mit Kiefernzapfen und Rinde, schimpfe wie ein Rohrspatz, habe endlich jemanden, an dem ich die Wut über meine Angst auslassen kann.

„Idiot“, stoße ich hervor, „du sollst dich nicht so anschleichen.“

Kai lacht. Sein warmes, vertrautes Kai-Lachen. Mit eingezogenem Kopf und filmreifer Abwehr-Pantomime kommt er auf mich zu und reicht mir seine Hand. Ich greife nach ihr und lasse mir aufhelfen.

Kai trägt ausgewaschene graue Cargo-Shorts und sein geliebtes schwarzes Party Hard T-Shirt mit dem Schriftzug, das er sich in Berlin auf unserer Klassenfahrt gekauft hat, und das er nur noch auszieht, wenn es vor Dreck starrt oder nach Schweiß riecht.

Kai Hartung und ich kennen uns, seit wir krabbeln können. Er ist mein bester Freund, und in den Winterferien, ist aus dieser Freundschaft mehr geworden.

„Hey, du blutest.“ Kai lässt mich los. Er legt Daumen und Zeigefinger unter mein Kinn und schiebt sanft meinen Kopf zur Seite.

Ich fasse an meine rechte Wange, spüre, wie es brennt. „Was machst du überhaupt hier?“ Meine Stimme klingt gereizter, als ich beabsichtige.

„Deine Mutter hat gesagt, dass du vielleicht hier bist.“

„Ja – und?“

„Ich habe Sehnsucht nach dir.“ Kai hebt in gespielter Verzweiflung die Hände. „Aber du gibst dich ja lieber mit Schrecken und Schleichen ab, als mit mir.“

Blödmann!, denke ich, und muss mir ein Lächeln verkneifen. Schrecken und Schleichen. Er meint Blindschleichen – und die seltenen Ödlandschrecken, die ich letzten Sommer oberhalb des Tals entdeckt habe.

ls entdeckt habe. „Ich habe das Nest eines Raubwürgers gefunden. Sieben grünliche Eier, sie sehen aus wie gemalt, wunderschön. Dabei habe ich mir in der Schlehenhecke das Gesicht zerkratzt.“ Ich reibe mit der flachen Hand über meine Wange und es brennt wie Feuer.

Kai betrachtet mich mit einer Mischung aus milder Nachsicht und Spott, aber sein Blick täuscht. Seit wir ein Paar sind, geht ihm mein Faible für den Wald und seine Bewohner zunehmend auf die Nerven. Kai findet Tiere nur mäßig aufregend, wie die meisten Jugendlichen, die auf dem Dorf aufgewachsen sind. Außerdem will er mich nicht teilen – nicht mal mit einer Blindschleiche.

Feedback

22.05.2024- Antje Babendererde war zu Gast in der Gemeindebibliothek Marksuhl und im Rautenkranz Gerstungen und stellte ihr neues Buch „Triff mich im tiefen Blau“ vor

„Triff mich im tiefen Blau“

114 Jugendliche ab 14 Jahren und 7 Erwachsene nahmen an den Lesungen teil. Die Jugendlichen folgten der Geschichte rund um die Klimaaktivistin Leonie und den „Inseljungen“ Tam aufmerksam, wobei das Interesse am Thema Klimaschutz in Gerstungen noch deutlicher spürbar war. Nach etwas zögerlichem Start fanden am Ende auch noch Gespräche mit Antje Babendererde statt. Einige Jugendliche hatten Fragen zum Schreiben und zum Autorenberuf, andere auch zur Klimaschutzthematik.
Die Jugendlichen haben in Gerstungen und Marksuhl schöne Lesungen erlebt.
Besonders gefallen haben die Textstellen, in denen Tam und später auch Leonie Begegnungen mit dem wilden Delfin hatten.

01.02.2023 Antje Babendererde las in der Stadtbibliothek Neustadt an der Orla aus ihrem Roman „Im Schatten des Fuchsmondes“

Die Autorin Antje Babendererde stellte Auszüge ihres neuen Buches vor, erzählte über ihre Motivation, erläuterte Hintergründe und beantwortete die Fragen der Jugendlichen. Eine gelungene Veranstaltung, die Teilnehmenden folgten sehr konzentriert der Handlung und den persönlichen Ausführungen der Autorin.
Die Atmosphäre der Stadtbibliothek soll die Jugendlichen neugierig auf die vielfältigen Medienangebote machen und den Bezug zu Literatur und Sprache herstellen bzw. vertiefen. Die Autorin lebt in der Region und ist durch ihre zahlreichen Kinder- und Jugendbücher vielen Schüler*innen seit Jahren bekannt und vertraut. Alle waren sehr gespannt auf die neu erschienene romantische Liebesgeschichte „Im Schatten des Fuchsmondes“.
Bei der anschließenden Gelegenheit, eine signierte Karte von Antje Babendererde zu erhalten, gaben einige Jugendliche im persönlichen Gespräch mit der Autorin sehr positives Feedback.
Bei dem direkten Austausch hatten die Jugendlichen Gelegenheit, den Text aus der Perspektive der Autorin kennenzulernen. Interessant war dabei der Vergleich zwischen der eigenen Interpretation und der Intention der Autorin sein.

04.04.2022 Thüringer Autorin zu Gast in der Thüringia Internationalen School, Weimar

Die Veranstaltung war gut vorbereitet. Es herrschte eine freundliche und entspannte Atmosphäre Die Lesung war authentisch, informativ, interaktiv, spannend und abwechslungsreich.
Positive Resonanz / hohe Nachfrage an Autogrammen
Die Veranstaltung war interaktiv durch Frau Babendererdes lebhaften Erzählungen und die Möglichkeit Fragen zu stellen.
O-Töne der Schüler*innen Klassenstufen 8/9zu der Veranstaltung:
„Es war überraschend. Ich hatte etwas anderes erwartet. Ich dachte, es wird langweilig, war es aber nicht.“
„Das Gelesene war spannend und kurzweilig. Ich war überrascht, dass die Infos so realistisch dargestellt wurden.“
„Es war mal etwas Anderes, vom Inhalt des Buches.“
„Am Anfang dachte ich: Oh, nö, nicht schon wieder und dann fand ich es ganz cool und spannend und interessant.“
„Es war abwechslungsreich und extravagant.“
„Ich kam mit kalten und düsteren Gedanken hinein aber nach der Lesung ging ich mit erhellter Seele zurück in den Unterricht.“
„Ich fand, dass die Veranstaltung relativ spannend war, weil sie gute Stellen aus dem Buch ausgesucht hat. Die Stellen haben es für den Zuhörer einfacher gemacht, um sich die Situation im Kopf vorstellen zu können.“
„Ich fand die Veranstaltung sehr spannend und lehrreich. Das Buch war sehr angemessen und auch durch die Fragen, die wir gestellt haben, haben wir viel über das Leben eines Autors erfahren.“
„Ich mochte die Erklärungen zu dem Buch, denn das gab Einblicke hinter die Geschichte.“
„Ich fand den Ausschnitt der Geschichte sehr schön, weil es sehr viele Beschreibungen und sprachliche Bilder in dem Ausschnitt gab, aber auch die Beschreibung der Personen war akkurat und gut vorstellbar.“
„Ich mochte die Einblicke in ihr Leben, und wie sie die Bücher mit ihrem eigenen Leben verglichen hat.“
„Wie sie die Fakten zu der Geschichte gefunden hat/ihre Recherchen hat mir besonders gefallen.“
„Es war sehr faszinierend darüber zu erfahren, was der Prozess eines solchen Buches ist und wieviel dahinter steckt. Außerdem war die Geschichte des Buches sehr interessant und die Textstellen waren spannend und passend.“
„Die Erklärung von den Charakteren war sehr schön.
„Ich fand die Leseprobe sehr interessant, weil es nice war, etwas von dem Buch zu hören.“
„Ich mochte die Vorlesung, denn sie enthielt eine Leseprobe und die Darstellung der Recherche war sehr interessant (wie sie es mit ihrem eigenen Leben verbindet).“
„Die Veranstaltung war gut und war nicht langweilig für die Zuhörer. Antje Barbendererde hat sich auch mit dem Publikum unterhalten.“
Was hat besonders gefallen? Es war spannend und abwechslungsreich. Der Organischer Übergang zwischen Textstelle und Erläuterung.

– Die Lesung war Anlass für Diskussion im Unterricht über Naturschutz.
– Präsentationen zu gefährdeten Tierarten in Deutschland
– Erörterung von Renaturierung der Städte
– Das Thema “Wildtiere” als Politikum

Was ist verbesserungswürdig? Visualisierungen/Illustrationen/Fotos wären als Impuls hilfreich. (Objekte als optische und haptische Reize)

12.10.2020 Thüringer Autorin Antje Babendererde zu Gast im Perthes-Gymnasium, Friedrichroda

1. Lesung

Frau Babendererde hat ihre Zuhörerinnen und Zuhörer zu fesseln vermocht, indem sie sehr schülernah und lebendig Teile des Romans inhaltlich zusammengefasst und besonders humorvolle und spannende Stellen vorgelesen hat. Im Anschluss stellte sie sich den vielen Fragen der Jugendlichen und gab einen umfassenden Einblick in ihre Arbeit sowie in das Leben der Indianer Nordamerikas. Hierbei konfrontierte sie die Schüler sensibel mit den dort vorherrschenden Problemen, insbesondere denen der Kinder und Jugendlichen. Auch nahm sie sich am Ende Zeit zum Signieren mitgebrachter Bücher.
Von Vorteil für beide Seiten war, dass ausschließlich lesebegeisterte junge Mädchen und Jungen teilgenommen haben und somit ein beiderseits interessierter Austausch stattgefunden hat.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer äußerten sich ausschließlich positiv über die Veranstaltung bei ihren Mitschülern und Fachlehrern. Sie waren während der Lesung sehr aufmerksam und hatten auf Grund der gewählten Textpassagen sichtlich viel Spaß beim Zuhören. Die vielen Fragen im Anschluss zeigten, dass sie sich von der Thematik gefangen nehmen ließen und neugierig waren im Hinblick auf die ihnen doch unbekannte Welt in der Wildnis bzw. in Reservaten. Besonders bestürzt zeigten sie sich angesichts der Existenz von Residential Schools und den dort herrschenden Bedingungen, die ja den realen Hintergrund im Roman bilden.

O-Töne der Kinder /Jugendliche zu der Veranstaltung: „Ich fand es einfach nur toll“, „Das Buch muss ich unbedingt lesen!“, „Schön fand ich, dass sie gar nicht so berühmt rüberkam!“. Alles- Lesung und Gespräch bildeten eine wunderbare Einheit!
Was ist verbesserungswürdig? Nichts!
Weitere Bemerkungen: Bitte unterstützen Sie weiterhin solche Projekte für Jugendliche- aber auch für die Künstler in dieser schwierigen Zeit! Sie dienen nicht nur zur Auflockerung des Schulalltags, sondern schaffen Nähe zu Kunst & Künstler. Das Buch als Medium erfährt hierbei eine enorme Aufwertung!

2. Lesung

Roman „Schneetänzer“

Auch die zweite Veranstaltung war ein voller Erfolg! Im Zusammenhang mit der inhaltlichen Wiedergabe des Romans wurden von der Autorin teilweise andere Textstellen als bei den jüngeren Zuhörern ausgewählt, die später auch im Gespräch aufgegriffen wurden. Einige Fragen überschnitten sich hierbei, z.B. ob es sich um eine wahre Geschichte handelt oder wie man mit möglichen Schreibblockaden als Schriftstellerin umgeht. Andere Fragen wiederum zeigten, dass es sich bei den Zuhörern doch schon um ältere Jugendliche handelte. So spielte zum Beispiel die Zusammenarbeit von Autor und zuständigen Lektoren eine große Rolle.
Die Jugendlichen zeigten sich von der natürlichen und umgänglichen Art der Schriftstellerin sehr angetan. Das Gespräch gestaltete sich einerseits locker und warf dennoch immer wieder Problemstellungen auf, denen man sensibel und auf Augenhöhe begegnen musste. Der Spaß kam aber nicht zu kurz!
O-Töne der Kinder /Jugendliche zu der Veranstaltung: „Richtig gut!“, „Ich habe es nicht bereut, dafür den Bio-Stoff nachholen zu müssen!“, „Lesenswert, auf jeden Fall!“
Was hat besonders gefallen? Alles!
Weitere Bemerkungen: siehe erste Einschätzung
Wie bewerten Sie die Veranstaltung? Eine rundum gelungene Veranstaltung!

19. November 2019, Antje Babendererde stellt in Erfurt ihr neustes Buch „Schneetänzer“ vor

Die Lesung mit Frau Babendererde fand sowohl bei den Jugendlichen und Erwachsenen großen Anklang und war ein voller Erfolg. Eine angenehme Abwechslung aus erzählten und vorgelesenen Passagen des Buches wurde von den Jugendlichen mit Spannung und Interesse aufgenommen. Anschließend nutzten die ZuhörerInnen die Zeit, um Fragen zur Entstehung des Buches zu stellen und ließen sich Autogramme geben. Auch wurde das Buch anschließend ausgeliehen.Frau Babendererde hat die ZuhörerInnen auf angenehme Art und Weise mitgenommen. Dies zeigt sich u. a. darin dass die Jugendlichen die Lesung aufmerksam verfolgten.

19. September 2018, Antje Babendererde zu Gast in der Stadtbibliothek Neustadt an der Orla

Antje Babendererde las und berichtete über die Indianer Nordamerikas, deren Leben sie auf ihren Reisen durch die USA und Kanada eingehend studierte. Das Alltagsleben und die Kultur der verschiedenen Stämme in ihren Reservaten, ihre sozialen und gesellschaftlichen Probleme, sowie die Konfrontation zwischen Tradition und westlicher Profitgier wurden thematisiert am Beispiel von „Libellensommer“.
Die Zuhörer lauschten gespannt und fasziniert, stellten im Anschluss Fragen, kamen mit der Autorin ins Gespräch.
Die Art und Weise des Lesens ist sehr gut und ausdrucksstark. Frau Babendererde versteht es, einen Spannungsbogen aufzubauen. Klug, dem Alter der Jugendlichen entsprechend gewählte Textpassagen, die vorgelesen werden wechseln sich ab mit dem freien Erzählen der Autorin.
Es war eine tolle Veranstaltung für alle Beteiligten.
Vielen Dank Frau Babendererde, vielen Dank dem FBK!

 

17. November 2017, Lesung „Der Kuss des Raben“, Gemeindebibliothek Seebach

Im Vorfeld hatte ich nur wenige Eintrittskarten verkauft. Deswegen war die Überraschung groß, als am Abend so viele Personen erschienen. Überraschend war auch, dass die Zuhörer aus einem großen Umkreis kamen, nämlich von Eckartshausen bis Gotha. Die Veranstaltung hat den Zuhörern sehr gut gefallen. Es waren viele Leser dabei, die die Bücher von Frau Babendererde kannten.

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